„Ich + Du = Wir“ – Gemeinschaft

Schulisches Lernen beinhaltet nicht nur die Aneignung von Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Unterrichtsfächern. Es gibt viele weitere Bereiche, in denen die Kinder wichtige Voraussetzungen für ihren Lebensweg gewinnen. Ein sehr wesentlicher Bereich ist das soziale Lernen. Auch wenn der gemeinsame Alltag hierzu bereits viele unbewusste und ungeplante Lernsituationen bietet, ist es uns ein besonderes Anliegen, das soziale Lernen zusätzlich durch entsprechende Situationen, Angebote, Projekte und Vorbilder zu fördern sowie den Umgang miteinander so zu gestalten, dass sich alle am Schulöleben Beteiligten wohlfühlen.

Gemeinsames Lernen

Gemeinsames Lernen
Ein Leitgedanke der GGS Schönblick ist:
Gemeinsames Lernen ist ein Grundrecht von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
Jedes Kind hat das Recht auf eine wohnortnahe Schule, damit es sich in seinem Lebensumfeld eingliedern kann. Vielfalt, nicht Homogenität ist für uns ein Merkmal und eine Stärke der Lerngruppen der einzelnen Klasse.

Die GGS Schönblick hat langjährige Erfahrung im Gemeinsamen Lernen (GL).
Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und anderen besonderen Förderbedürfnissen können gemeinsam mit anderen Kindern unterrichtet werden. Je nach Förderschwerpunkt ist die Beschulung zielgleich oder zieldifferent. Die Förderschwerpunkte können in folgenden Bereichen liegen: Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen, langandauernde/chronische Erkrankungen (Epilepsie). Die Förderung orientiert sich an der jeweiligen Lernausgangslage des einzelnen Kindes.

Regelmäßig werden anhand von Förderkonferenzen und Förderplänen der Leistungsstand und die Lernentwicklung der Schüler*innen dokumentiert. Lernziele werden vereinbart und überprüft. Es findet ein enger Austausch zwischen der sonderpädagogischer Lehrkraft, der Klassenleitung, der Integrationshilfe (wenn angegliedert) und den Eltern statt. Schulbegleiter bzw. Integrationshelfer unterstützen in besonderen Fällen. Schulanfänger des Gemeinsamen Lernens durchlaufen die Schuleingangsphase i.d.R. in drei Jahren.

An dieser Stelle Hinweis auf das GL-Konzept (homepage = link, Schulprogramm = Anhang) –> Hier brauche ich einen Link

Gewaltprävention

Gewaltprävention: Projekttag, Streitschlichtung, Kooperation mit der Polizei

Wir verfolgen das Ziel einer friedvollen und positiven Schulatmosphäre. Wir möchten, dass sich alle Menschen – Kinder wie Erwachsene – bei uns wohlfühlen können. Nur dann ist gutes Lernen möglich. Außerdem gehört die Stärkung der sozialen Kompetenz zu den wichtigen Zielen der Grundschule, die die Kinder für ihr späteres Leben stark und fähig machen sollen.

Im Schulalltag treffen viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichsten Gefühlen aufeinander. So kann es auch zu Formen von Gewalt, Ausgrenzung und Mobbing kommen. Mit dem Gewaltpräventionsprogramm streben wir ein konstruktives, gewaltfreies Konfliktlösungsverhalten durch das Einüben entsprechender sozialer Kompetenzen an.

Neben unserem Augenmerk auf einen positiven, respektvollen Umgangston aller, der alltäglichen Bearbeitung von Konflikten sowie der Behandlung des Themas im Rahmen des Programms „Klasse 2000“ im Sachunterricht führen wir folgende drei Bausteine zur Gewaltprävention durch: einen Projekttag zur Gewaltprävention, Streitschlichterausbildung und –einsatz, Elterninformation und Arbeit mit den Schüler*innen in Kooperation mit dem Kommissariat Vorbeugung der Polizei.

Projekttag zur Gewaltprävention

Einmal in jedem Schuljahr führen wir in allen Klassen im Klassenverbund einen Projekttag zur Gewaltprävention durch. Dabei gibt es aufbauend aufeinander Themenschwerpunkte für die einzelnen Jahrgänge, die überwiegend handlungsorientiert erarbeitet werden.

Jahrgangsstufe 1 + 2: Ich-du-wir-stopp! Ohne Gewalt

Durch das Projekt hindurch zieht sich „der Zauberspruch“, der immer wieder gemeinsam gesprochen und mit Bewegung begleitet werden soll: „Ich“ (alle Kinder zeigen auf sich selbst)- „Du“ (auf ein anderes Kind zeigen) – „Wir“ (mit dem Arm einen Kreis beschreiben) – „Stopp! Ohne Gewalt“ (Hände nach vorne vor den Körper).
Entsprechend der Schlagworte führen wir Aktionen durch, deren Ziele im Folgenden erläutert werden:
Teil 1: Ich
Es geht um Übungen und Fragestellungen, die den Blick zunächst auf sich selbst richten. Die zugrundeliegende Idee ist, dass man sich selbst kennen und mögen sollte, bevor es um den Umgang untereinander geht.

Teil 2: Du
Es geht um Übungen und Fragestellungen, die den Blick auf den anderen richten. Die zugrundeliegende Idee ist, dass man seinem Gegenüber achtsam und aufmerksam begegnen muss und über möglicherweise hervorrufbare Gefühle Bescheid wissen muss, um sein eigenes Verhalten darauf abstimmen zu können.

Teil 3: Wir
Es geht um Übungen und Fragestellungen, die den Blick auf den Umgang miteinander richten. Die zugrundeliegende Idee ist, über (Rollen-)spiele zu erfahren, wie Kooperation gelingen kann bzw. welche Konflikte im Miteinander auftreten können.

Teil 4: Stopp – Ohne Gewalt
Es geht um Übungen und Fragestellungen, die den Blick auf ein zukünftiges konfliktarmes Miteinander richten. Gemeinsam werden Ziele und Regeln für die Zukunft erarbeitet und vereinbart.

Jahrgangsstufe 3: Streitschlichtung

Am Präventionstag lernen die Schüler*innen des dritten Schuljahres das Steitschlichterkonzept kennen und erproben es an diesem Tag exemplarisch.
Unsere Schule bildet Schüler*innen im zweiten Halbjahr der Klasse drei nach dem Bensberger Mediations-Modell (BMM) zum Streitschlichter aus.
Ausgangspunkt des BMM ist ein erprobtes Leitbild für den Präventions- und Interventionsbereich bei Schülerkonflikten. Regeln, Leitfäden, Rituale helfen, das Modell umzusetzen.

Anhand von Streitgeschichten lernen die Schüler*innen das Modell kennen erstmalig zu erproben. Zudem werden verschiedenen Übungen und Interaktionsspiele zum sozialen Miteinander, zur Empathiefähigkeit und zum eigenen Rollenverständnis durchgeführt.

Jahrgangsstufe 4: Das Prinzip des Täter-Opfer-Ausgleichs

Das vierte Schuljahr arbeitet am Präventionstag zum Thema:

Täter-Opfer-Ausgleich (TOA).

Zunächst wird der Unterschied zwischen einer Streitschlichtung und einem TOA herausgearbeitet. Der TOA ist eine verpflichtende Schulmaßnahme. Es wird in der Regel bei einseitiger Gewaltanwendung, Regelverletzungen, Sachbeschädigungen, Diebstahl usw. angewendet.

Der TOA wird nur von Lehrer*innen durchgeführt. Hierbei steht das Opfer im Mittelpunkt. Eine Wiedergutmachung für das Opfer wird immer eingefordert.
An diesem Tag werden Rollen- und Interaktionsspiele mit dem Schüler*innen gespielt und gesprochen.

Streitschlichtung durch Viertklässler nach einer Ausbildung im dritten Schuljahr

Nachdem die Kinder im dritten Schuljahr beim Projekttag zur Gewaltprävention das Modell der Streitschlichtung kennen gelernt haben, können sie sich auf freiwilliger Basis im zweiten Halbjahr zum Streitschlichter/ zur Streitschlichterin ausbilden lassen. Die ausgebildeten Schüler*innen übernehmen dann als Viertklässler*innen die Streitschlichtung in den Pausen. Bei Konflikten können sich alle Schüler*innen der Schule an diese wenden, um nach dem vorgegebenen und erlernten Modell Lösungen zu erarbeiten. Bei Bedarf steht eine Lehrperson unterstützend zur Seite.
Grundlage des Modells ist das Leitbild einer konstruktiven Konfliktlösungskultur. Das Verständnis der Konfliktpartner füreinander steht dabei im Mittelpunkt. Sowohl bei den Übungen zur Prävention wie bei der Vermittlung im Konflikt, in der Intervention, wird der Rollenwechsel eingesetzt, um die Empathie zu verstärken. Über verschiedene Bausteine erlernen die Kinder in den unterschiedlichen Jahrgangsklassen die Streitschlichtung.
Folgende Bausteine werden nacheinander erarbeitet und regelmäßig geübt.
Nach dem Motto: Auch richtig Streiten will gelernt sein!

Bausteine für das Klassenprogramm:

  1. Regeln und Rituale festlegen
  2. Streitgeschichten einführen
  3. Gefühle ausdrücken und Anteile nennen
  4. Rollen wechseln
  5. Lösungen suchen
  6. Lösungen finden
  7. Mit dem Hosentaschenbuch Frieden stiften

Gewaltprävention durch Elterninformation und praktische Übungen in Kooperation mit der Polizei (Kommissariat Vorbeugung)

In Kooperation mit dem Kommissariat Vorbeugung werden zwei Maßnahmen an der Schule durchgeführt. Zum einen findet eine Informationsveranstaltung der Eltern zum Thema „Kinder stärken – Wie schütze ich mein Kind vor sexuellen Übergriffen“ statt. Zum anderen führt die Polizei praktische Übungen im Bereich Verhaltenstraining zur Gewaltprävention mit den Schülerinnen und Schülern des vierten Schuljahres durch.

Auch Kinder können Opfer von Kriminalität werden. Sie brauchen daher unsere Hilfe, um mit den Gefahren und Gefährdungen in dieser Welt umgehen zu lernen. Dies gilt auch für den Bereich der Sexualdelikte. Viele dieser Straftaten laufen nach dem gleichen oder ähnlichen Muster ab. Durch eine Verhaltensänderung können diese Straftaten vielleicht vermieden oder abgewendet werden.
In der Informationsveranstaltung werden Aspekte zu den Bereichen Tatort, Tatsituation, Verhaltensmuster des Täters, Opferverhalten und Prävention aus kriminologischer Sicht angesprochen. Im Anschluss werden Tipps zur Stärkung des Selbstbewusstseins vorgestellt.

Entsprechend dazu arbeiten Experten der Polizei auch mit den Schüler*innen des vierten Schuljahres. Dafür kommen sie mehrmals in den Unterricht und führen diverse praktische Übungen durch.

Soziales Engagement

Running for Kids

Spendenlauf „Running for Kids“ mit Peter Borsdorff

In verschiedenen Bereichen erfahren die Schüler*innen der GGS Schönblick, wie auch sie sich bereits sozial engagieren und für andere eine Hilfe oder ein Lichtblick sein können.
Beispiele hierfür sind:

  • Besuche der umliegenden Alten- und Pflegeheime in der Vorweihnachtszeit mit Vorträgen weihnachtlicher Lieder und dem Verteilen selbstgebackener Plätzchen, in der Regel durch das zweite Schuljahr
  • Sammeln von Spenden zur St. Martinszeit, z.B. für Campoy (Peru), Bolivien oder die Syrienhilfe
  • Teilnahme am Sponsorenlauf im Rahmen der Bundesjugendspiele, z.B. als UNICEF-Spendenlauf „Schulen für Afrika“ oder als Unterstützung der Initiative „Running for kids“ (Peter Borsdorff) sowie auch anteilig zur Unterstützung des eigenen Fördervereins und somit eigener Vorhaben
  • Patenschaften der Klasse 3 zu den Schulneulingen
  • Mitarbeit in der Spiele-Ausleihe
  • Mithilfe in anderen schulischen Bereichen und Klassendienste

Regeln der Schule

Um im sozialen Miteinander einen klaren, verlässlichen Rahmen zu bieten, haben wir feste Regeln und Aufgaben für alle Beteiligten erarbeitet. Diese finden sich in der Erziehungsvereinbarung, die zur Einschulung zwischen den Schüler*innen, den Eltern und der Schule getroffen wird. Die Schulordnung ist Teil der Erziehungsvereinbarung und somit von Anfang an bekannt. Natürlich werden auch in den einzelnen Klassen Klassenregeln erarbeitet.

Kindern, denen es noch schwerfällt, sich an Absprachen zu halten, bietet der Trainingsraum die Möglichkeit, ihr Verhalten zu reflektieren und daran zu arbeiten.

Das Konzept des Trainingsraumprogramms sieht vor:

Bei mehrmaligen bzw. gravierenden Verstößen nimmt der Schüler/die Schülerin am Trainingsraumprogramm teil. Unter fachkundiger Anleitung wird der Regelverstoß aufgearbeitet. Besonders die Folgen des Verstoßes werden bewusst gemacht und die Konsequenzen erarbeitet. Das Prinzip der Wiedergutmachung steht im Vordergrund.

Kooperations- und Bildungspartner in sozialen Belangen

Die Grundschule kooperiert in vielfältiger Weise mit unterschiedlichen Institutionen. Neben den Institutionen, die wir beispielsweise im Rahmen des Sachunterrichts kontaktieren, listen wir hier einige Partner auf, mit denen wir in sozialen Belangen zusammen arbeiten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

 

Praxen / Kliniken

  • Logopädische Praxen
  • Ergotherapeutische Praxen
  • Kinderärzte
  • Sozial – Pädiatrische Zentren (SPZ)
  • Kinder- und Jugendpsychiatrien
  • Kinder- und Jugendpsychiater
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Prävention (Sucht, Drogen, Gewalt, Verkehrserziehung)

  • Kriminalkommissariat Vorbeugung (Kreispolizei Düren)

Beratungsstellen

  • RAA des Kreises Düren – Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien
  • Schulpsychologischer Dienst
  • Jugendamt des Kreises Düren und der Stadt Heimbach (Beratung, Hilfeplangespräche, Krisenintervention)
  • Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern – Nebenstelle Nideggen – Caritas
  • Evangelische Gemeinde zu Düren – Beratungsstelle
  • Autismus – Zentrum
  • Familienzentrum „Kleine Villa“ Hasenfeld (Bereich Erziehungsberatung,
    – Vorschulische Fördermöglichkeiten)

Weitere Partner

  • Sport- und Turnverein Heimbach